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Saisonbilanz · Grand Slams, ATP & WTA

Tennis 2026
Die Saison auf einer Seite

Vier Grand Slams, acht Titel, sechs verschiedene Namen darauf — und seit dem 13. September ein deutscher Doppelsieger. Diese Übersicht bündelt Endspiele, Ranglisten, Turnierserien, Teamwettbewerbe und den Restkalender bis zum Davis Cup in Bologna.

11 MinRedaktioneller Beitrag der NWT-Board-RedaktionStand 14.09.2026

Tennisplatz von oben mit Ball und den vier Belagfarben der SaisonSchematische Draufsicht auf einen Tennisplatz: blaues Spielfeld mit weissen Kreidelinien, Netz in der Mitte, ein gelber Ball mit gestrichelter Flugbahn. Am unteren Rand vier farbige Streifen fuer die Belaege der Saison: Hartplatz, Sand, Rasen und noch einmal Hartplatz.Platz von oben — die vier Beläge der Saison

Stand nach dem US Open

Die Saison 2026 auf einen Blick

Belegt

Acht Major-Titel, sechs verschiedene Namen darauf, zwei neue Nummern eins in Sicht- oder Reichweite — und eine deutsche Bilanz, die es seit drei Jahrzehnten nicht mehr gab. Die vier Grand Slams sind gespielt, der Herbst entscheidet nur noch über die Rangfolge.

Grand Slams gespielt

4 von 4

Australian Open bis US Open, alle entschieden

Verschiedene Sieger

3

Alcaraz, Zverev und Sinner bei den Männern

Verschiedene Siegerinnen

3

Rybakina (2), Andreeva und Nosková

Deutsche Major-Titel

2

die ersten seit Boris Becker 1996

Masters-Titel in Folge

5

Sinner von Indian Wells bis Rom — Rekord der Serie

Wochen an der Spitze

99

Sabalenkas Serie, beendet am 14. September

Deutschland hat wieder einen Grand-Slam-Sieger — und zwar zweimal

Alexander Zverev gewann in Paris sein erstes Major nach drei verlorenen Endspielen und legte in New York das zweite nach. Vor ihm hatte zuletzt Boris Becker 1996 in Melbourne ein Herren-Einzel bei einem Grand Slam gewonnen. Zverev steht damit auf Platz 2 der Weltrangliste und führt die Jahreswertung an.

Die Seite ist eine redaktionelle Übersicht der NWT-Board-Redaktion, kein Live-Ticker und keine Tipphilfe. Ergebnisse, Termine und Preisgelder sind belegte Angaben; Einordnungen und Prognosen sind als solche gekennzeichnet und stehen in eigenen Bereichen.

Die vier Majors

Grand Slams 2026

Belegt

Vier Turniere, drei Beläge, acht Titel. Melbourne brachte einen Karriere-Grand-Slam, Paris den ersten deutschen Major-Sieg seit 1996, Wimbledon eine Titelverteidigung und New York den Wechsel an der Spitze der Weltrangliste der Frauen.

Preisgelder sind die von den Veranstaltern veröffentlichten Gesamtsummen in Landeswährung — ohne Umrechnung, weil jeder Stichtagskurs den Vergleich verzerren würde.

Australian Open

Melbourne · AUS

Hartplatz 12. Januar – 1. Februar 2026

Herren-Einzel

Carlos Alcaraz ESP schlägt Novak Djokovic SRB

2:6, 6:2, 6:3, 7:5

Siebter Major-Titel und Karriere-Grand-Slam: Alcaraz ist der jüngste Mann, der alle vier Titel gesammelt hat.

Damen-Einzel

Elena Rybakina KAZ schlägt Aryna Sabalenka

6:4, 4:6, 6:4

Zweiter Major-Titel nach Wimbledon 2022 — und der Auftakt zu Rybakinas Weg an die Spitze.

Melbourne lieferte das Duell der Generationen: Djokovic spielte sein 38. Grand-Slam-Finale, Alcaraz drehte nach verlorenem ersten Satz das Spiel und vervollständigte mit 22 Jahren die Sammlung aller vier Major-Titel. Bei den Frauen gewann Rybakina das dritte Melbourne-Endspiel gegen Sabalenka in drei Sätzen.

Preisgeld gesamtAUD 111,5 Mio.

EinzelsiegAUD 4,15 Mio.

Roland-Garros

Paris · FRA

Sand 18. Mai – 7. Juni 2026

Herren-Einzel

Alexander Zverev GER schlägt Flavio Cobolli ITA

6:1, 4:6, 6:4, 6:7 (5), 6:1

Nach drei verlorenen Major-Endspielen der erste Titel — und der erste eines deutschen Mannes seit Boris Becker 1996.

Damen-Einzel

Mirra Andreeva schlägt Maja Chwalińska POL

6:3, 6:2

Mit 19 Jahren und einem Monat die jüngste Siegerin von Paris seit Monica Seles 1992.

Vier Stunden und 16 Minuten auf dem Court Philippe-Chatrier: Zverev gewann das längste Endspiel der Saison in fünf Sätzen gegen den Außenseiter Cobolli und beendete eine 30 Jahre lange deutsche Durststrecke im Herren-Einzel. Das Frauen-Endspiel war das Gegenstück — zwei Debütantinnen, zwei glatte Sätze, eine neue Generation.

Preisgeld gesamt€61,723 Mio.

Einzelsieg€2,8 Mio.

Wimbledon

London · GBR

Rasen 29. Juni – 12. Juli 2026

Herren-Einzel

Jannik Sinner ITA schlägt Alexander Zverev GER

6:7 (7), 7:6 (2), 6:3, 6:4

Titelverteidigung im zweiten Anlauf: fünfter Major-Titel, zweiter in Wimbledon.

Damen-Einzel

Linda Nosková CZE schlägt Karolína Muchová CZE

6:2, 5:7, 6:3

Mit 21 Jahren und 236 Tagen die jüngste Wimbledonsiegerin seit Petra Kvitová 2011.

Ein rein tschechisches Frauen-Endspiel und der erste Major-Titel für Nosková, die im dritten Durchgang einen Satzrückstand drehte. Bei den Männern holte Sinner nach verlorenem ersten Satz vier Sätze lang die Kontrolle zurück — das dritte Grand-Slam-Endspiel der Saison mit Zverev auf der anderen Seite des Netzes.

Preisgeld gesamt£55 Mio.

Einzelsieg£4 Mio.

Mixed: Marcelo Arévalo / Jeļena Ostapenko gegen Marc Polmans / Storm Hunter (4:6, 7:5, 6:2)

US Open

New York · USA

Hartplatz 31. August – 13. September 2026

Herren-Einzel

Alexander Zverev GER schlägt Ben Shelton USA

6:3, 7:6 (2), 5:7, 6:2

Zweiter Major-Titel binnen einer Saison — und das Ende der US-Hoffnung auf den ersten Heimsieg seit 2003.

Damen-Einzel

Elena Rybakina KAZ schlägt Aryna Sabalenka

6:4, 5:7, 6:2

Dritter Major-Titel, zweiter der Saison — und am Montag danach erstmals Platz 1 der Weltrangliste.

Drei Stunden und 33 Minuten unter dem geschlossenen Dach von Flushing Meadows: Zverev nahm Shelton im vierten Satz das Aufschlagspiel ab und gewann sein zweites Major der Saison. Das Turnier begann mit der größten Überraschung des Jahres — Djokovic verlor erstmals in seiner Karriere in New York in Runde eins, gegen Mariano Navone. Und es endete mit einem Wechsel an der Spitze der WTA-Rangliste.

Preisgeld gesamtUS$ 108 Mio.

Einzelsiegnicht veröffentlicht

Mixed: Karolína Muchová / Jakub Menšík gegen Belinda Bencic / Flavio Cobolli (6:3, 1:6, [10:6])

ATP Tour

Weltrangliste, Jahreswertung, Masters 1000

Belegt

Sinner führt die 52-Wochen-Rangliste an, Zverev die Jahreswertung: Das ist kein Widerspruch, sondern der Unterschied zwischen zwei Zählweisen. Von 9 Masters-1000-Turnieren sind 7 gespielt — fünf davon hat derselbe Spieler gewonnen, und zwar nacheinander.

PIF ATP Rankings, Stand 14. September 2026
Pl.NameLandPunkteAnteil an Platz 1Vermerk
1Jannik SinnerITA11.500seit Wimbledon ohne Match
2Alexander ZverevGER9.690Rückstand auf Platz 1: 1.810 Punkte
3Carlos AlcarazESP5.560
4Ben SheltonUSA4.680Karrierehoch
5Félix Auger-AliassimeCAN3.890
6Daniil Medvedev3.770
7Flavio CobolliITA3.720
8Frances TiafoeUSA3.380
9Alex de MinaurAUS3.300
10Taylor FritzUSA3.175

Rennen nach Turin

Die Jahreswertung zählt nur Punkte aus dieser Saison und entscheidet über die acht Plätze bei den Nitto ATP Finals vom 15. bis 22. November. Sinner und Zverev sind qualifiziert.

PIF ATP Race To Turin, Stand nach dem US Open 2026
Pl.NameLandPunkteAnteil an Platz 1Turin
1Alexander ZverevGER8.650qualifiziert
2Jannik SinnerITA7.950qualifiziert
3Ben SheltonUSA4.420offen
4Carlos AlcarazESP4.050offen
5Flavio CobolliITA3.530offen
6Frances TiafoeUSA3.330offen
7Arthur FilsFRA3.150offen
8Daniil Medvedev2.780offen

ATP Masters 1000

  • BNP Paribas OpenIndian Wells · März

    Jannik Sinnergegen Daniil Medvedev · 7:6 (6), 7:6 (4)

    Hartplatz
  • Miami OpenMiami · März / April

    Jannik Sinnergegen Jiří Lehečka · 6:4, 6:4 · Sunshine Double ohne Satzverlust — das gab es zuvor noch nie.

    Hartplatz
  • Rolex Monte-Carlo MastersMonte-Carlo · April

    Jannik Sinner

    Sand
  • Mutua Madrid OpenMadrid · April / Mai

    Jannik SinnerFünfter Masters-1000-Titel in Folge — Rekord in der Geschichte der Serie.

    Sand
  • Internazionali BNL d’ItaliaRom · Mai

    Jannik Sinner

    Sand
  • National Bank OpenMontreal · August

    Ben Sheltongegen Brandon Nakashima · 6:3, 7:6 (4) · Erster Masters-1000-Titel — und der Beginn einer Hartplatzserie bis ins US-Open-Finale.

    Hartplatz
  • Cincinnati OpenCincinnati · August

    Arthur Filsgegen Frances Tiafoe · 6:3, 1:6, 6:0

    Hartplatz
  • Rolex Shanghai MastersShanghai · 7. – 18. Oktober

    noch nicht gespielt

    Hartplatz
  • Rolex Paris MastersParis · 2. – 8. November

    noch nicht gespielt

    Halle (hart)

WTA Tour

Neue Nummer 1, neue Namen

Belegt

Elena Rybakina übernahm am 14. September erstmals Platz 1 und beendete damit Aryna Sabalenkas Serie von 99 Wochen. Ihr Vorsprung beträgt 2.026 Punkte. Dahinter stehen mit Nosková, Andreeva und Kostyuk drei Spielerinnen in den Top 10, die 2026 den größten Titel ihrer Laufbahn gewonnen haben.

WTA Rankings, Stand 14. September 2026
Pl.NameLandPunkteAnteil an Platz 1Vermerk
1Elena RybakinaKAZ9.901erstmals Platz 1 — 30. Spielerin überhaupt
2Aryna Sabalenka7.875nach 99 Wochen an der Spitze
3Jessica PegulaUSA7.265
4Coco GauffUSA7.244
5Mirra Andreeva5.743
6Linda NoskováCZE5.328
7Elina SvitolinaUKR4.809
8Karolína MuchováCZE4.683
9Iga ŚwiątekPOL4.619
10Marta KostyukUKR3.980erstmals Top 10

WTA 1000

Aufgeführt sind die Stationen, für die zum Redaktionsschluss ein bestätigtes Endspiel vorlag. Doha, Dubai und Guadalajara fehlen deshalb; Peking und Wuhan werden erst im Oktober gespielt.

  • BNP Paribas OpenIndian Wells · März

    Aryna Sabalenka

    Hartplatz
  • Miami OpenMiami · März / April

    Aryna SabalenkaSunshine Double — die einzigen beiden WTA-1000-Titel der Saison für Sabalenka.

    Hartplatz
  • Mutua Madrid OpenMadrid · April / Mai

    Marta Kostyukgegen Mirra Andreeva · 6:3, 7:5 · Erster WTA-1000-Titel, dritter Titel überhaupt.

    Sand
  • Internazionali BNL d’ItaliaRom · Mai

    Elina Svitolina

    Sand
  • National Bank OpenMontreal · August

    Iga Świątekgegen Elena Rybakina · 6:2, 6:3

    Hartplatz
  • Cincinnati OpenCincinnati · August

    Coco Gauffgegen Jessica Pegula · 6:2, 6:4

    Hartplatz

Die WTA Finals der besten acht finden vom 8. bis 15. November im Indian Wells Tennis Garden statt — nach dem vorzeitigen Ende des dreijährigen Vertrags mit Riad zurück in den Vereinigten Staaten.

Saisonporträts

Sechs Spielerinnen und Spieler, die 2026 geprägt haben

Belegt

Zwei Titelsammler, eine neue Nummer 1, zwei lange Verletzungspausen und ein Rekordhalter, der erstmals seit 24 Jahren nicht mehr in den Top 10 steht. Die Kennzahlen sind belegte Saisonwerte, die Einordnung steht im Text.

Alexander Zverev

GER

2

Zwei Grand-Slam-Titel in einer Saison

Zwölf Jahre Profitennis, drei verlorene Major-Endspiele, ein Bänderriss in Paris 2022 — und dann eine Saison, in der beides zusammenkam: der Titel auf Sand und der Titel auf Hartplatz. Zverev gewann Roland-Garros über fünf Sätze und das US Open über vier, stand dazwischen im Wimbledon-Endspiel und führt die Jahreswertung an. Die auffälligste Zahl seiner Saison ist trotzdem eine schwache: gegen Gegner aus den Top 10 steht er bei 2:7.

Bilanz 2026
53:13 (80,3 %)
Bei Grand Slams
25:2 (92,6 %)
Gegen Top 10
2:7 (22,2 %)
Major-Titel
2

steigend

Elena Rybakina

KAZ

1

Erstmals Nummer 1 der Welt

Zwei Major-Titel, zwei Endspiele gegen dieselbe Gegnerin: In Melbourne und in New York schlug Rybakina jeweils Aryna Sabalenka, beide Male über drei Sätze. Mit dem US-Open-Titel übernahm sie am 14. September die Spitze der Weltrangliste und beendete Sabalenkas Serie von 99 Wochen. Sie ist die 30. Spielerin an Platz 1, seit die Rangliste 1975 eingeführt wurde.

Major-Titel 2026
2
Major-Titel gesamt
3
Punkte
9.901
Vorsprung
2.026

steigend

Jannik Sinner

ITA

1

Rekordfrühjahr, verlorener Herbst

Fünf Masters-1000-Titel nacheinander, das Sunshine Double ohne Satzverlust, die Titelverteidigung in Wimbledon: Bis Mitte Juli war dies Sinners Saison. Seitdem hat er kein Match mehr gespielt. Die Verletzung am rechten Knie kostete ihn Montreal, Cincinnati und das US Open — das erste Grand-Slam-Turnier, das er seit seinem Debüt 2019 verpasst hat. Platz 1 hält er trotzdem, weil die Rangliste 52 Wochen zurückblickt.

Masters-Titel in Folge
5
Major-Titel gesamt
5
Punkte
11.500
Letztes Match
12. Juli

fallend

Carlos Alcaraz

ESP

3

Karriere-Grand-Slam mit 22 — und vier Monate Pause

Der Australian-Open-Titel war der letzte fehlende: Alcaraz ist der jüngste Mann, der alle vier Major-Titel gewonnen hat. Zwei Monate später zog er sich in Barcelona eine Sehnenscheidenentzündung im Handgelenk zu und verpasste Roland-Garros und Wimbledon. Bei den US Open kam er bis ins Viertelfinale und verlor über fünf Sätze gegen Shelton. Seine Karrierebilanz bei Grand Slams übertreffen in der Open Era nur Borg, Nadal und Djokovic.

Major-Titel
7
Major-Bilanz 2026
11:1
Major-Bilanz Karriere
95:14 (87,2 %)
Pause
4 Monate

fallend

Ben Shelton

USA

4

Erster Masters-Titel, erstes Major-Endspiel

Montreal brachte den ersten Masters-1000-Titel, New York das erste Grand-Slam-Endspiel und Platz 4 der Weltrangliste — beides Karrierebestwerte. Im Viertelfinale des US Open schlug er Alcaraz über fünf Sätze, im Endspiel verlor er gegen Zverev in vier. Die Wartezeit der US-Herren auf einen Major-Titel wächst damit auf das 23. Jahr.

Masters-Titel
1
Major-Endspiele
1
Karrierehoch
Platz 4
Race-Platz
3

steigend

Novak Djokovic

SRB

12

Erstmals seit 2002 außerhalb der Top 10

Das Australian-Open-Finale gegen Alcaraz war der Höhepunkt, das Wimbledon-Halbfinale gegen Sinner der letzte tiefe Lauf. In New York verlor er in Runde eins gegen Mariano Navone — zum ersten Mal in seiner Karriere. Mit seinem Rutsch auf Platz 12 stehen die Top 10 erstmals seit Oktober 2002 ohne Djokovic, Federer und Nadal. Als Ziel nennt er die Olympischen Spiele 2028.

Major-Titel
24
Major-Endspiele 2026
1
Aktuell
Platz 12
Erklärtes Ziel
Olympia 2028

fallend

Deutsche Bilanz jenseits von Zverev

Diese Plätze stammen aus den Ranglistenausgaben vom 31. August 2026, also vor der Fortschreibung nach dem US Open. Sie werden deshalb nicht mit den Top-10-Tabellen dieser Seite verrechnet.

Deutsche Spielerinnen und Spieler in den Top 100, Stand 31. August 2026
Pl.NameTourStandVermerk
44Jan-Lennard StruffATP31.08.2026bester Deutscher hinter Zverev
55Daniel AltmaierATP31.08.2026
60Yannick HanfmannATP31.08.2026
47Laura SiegemundWTA31.08.2026einzige Deutsche in den Top 50
72Eva LysWTA31.08.2026Karrierehoch Platz 39 im Januar
99Tamara KorpatschWTA31.08.2026

Saisonverlauf

Was 2026 wirklich passiert ist

Acht Entwicklungen, in der Reihenfolge ihrer Bedeutung für die Saison. Jede trägt ihre Ebene: belegte Angabe oder Einordnung der Redaktion.

  1. Deutschland hat wieder einen Grand-Slam-Sieger — und zwar zweimal

    Alexander Zverev gewann in Paris sein erstes Major nach drei verlorenen Endspielen und legte in New York das zweite nach. Vor ihm hatte zuletzt Boris Becker 1996 in Melbourne ein Herren-Einzel bei einem Grand Slam gewonnen. Zverev steht damit auf Platz 2 der Weltrangliste und führt die Jahreswertung an.

  2. Rybakina beendet Sabalenkas 99 Wochen an der Spitze

    Mit dem US-Open-Titel übernahm Elena Rybakina am 14. September erstmals Platz 1 der WTA-Rangliste. Sie ist die 30. Spielerin, die diese Position erreicht, und gewann 2026 zwei der vier Major-Titel — in Melbourne und in New York, beide Male im Endspiel gegen Sabalenka.

  3. Sinners Knie kostet ihn die halbe zweite Saisonhälfte

    Nach der Titelverteidigung in Wimbledon hat Jannik Sinner kein Match mehr bestritten. Eine Verletzung am rechten Knie zwang ihn zur Absage von Montreal, Cincinnati und schließlich dem US Open — sein erstes verpasstes Grand-Slam-Turnier seit dem Debüt 2019. Sein Vorsprung an der Spitze der Weltrangliste ist dadurch von einer Führung zu einem Rückstandsrennen geworden.

  4. Alcaraz: Karriere-Grand-Slam im Januar, vier Monate Pause danach

    Der Australian-Open-Titel machte Alcaraz zum jüngsten Mann mit allen vier Major-Titeln. Kurz darauf zwang ihn eine Sehnenscheidenentzündung im Handgelenk, die er sich in Barcelona zuzog, zur längsten Pause seiner Karriere: Roland-Garros und Wimbledon fielen aus. Bei den US Open verlor er im Viertelfinale über fünf Sätze gegen Ben Shelton — bei einer Major-Bilanz von 11:1 in dieser Saison.

  5. Erstmals seit Oktober 2002 stehen die Top 10 ohne Djokovic, Federer und Nadal

    Novak Djokovic fiel nach dem Erstrundenaus in New York gegen Mariano Navone auf Platz 12 zurück. Er erreichte 2026 das Australian-Open-Finale und das Wimbledon-Halbfinale, blieb aber ohne Titel. Als Ziel nennt er die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles.

  6. Fünf Masters-1000-Titel in Folge — ein Rekord der Serie

    Indian Wells, Miami, Monte-Carlo, Madrid, Rom: Sinner gewann im Frühjahr fünf Masters-1000-Turniere nacheinander, das Sunshine Double dabei ohne Satzverlust. Beides hatte vor ihm kein Spieler geschafft.

  7. Die Saison der ersten Male

    Mirra Andreeva (Roland-Garros), Linda Nosková (Wimbledon), Marta Kostyuk (Madrid), Arthur Fils (Cincinnati) und Ben Shelton (Montreal) gewannen 2026 jeweils den größten Titel ihrer Laufbahn. Flavio Cobolli stand in Paris in seinem ersten Major-Endspiel und steht inzwischen in den Top 10.

  8. Die US-Herren warten weiter seit 2003

    Ben Shelton erreichte als erster US-Amerikaner seit Jahren wieder ein US-Open-Endspiel im eigenen Land und kletterte auf sein Karrierehoch, Platz 4. Der Titel ging trotzdem an Zverev: Der letzte Major-Sieg eines US-Amerikaners bleibt Andy Roddicks US Open 2003.

Vier offene Fragen

Ab hier wird gerechnet, nicht berichtet: Die folgenden Antworten sind Prognosen der Redaktion. Sie tragen jeweils eine Begründung und eine Angabe, wie belastbar sie ist — und sie sind ausdrücklich keine Tipphilfe.

  • Wer beendet die Saison als Nummer 1 der Männer?

    Offen — der Vorteil liegt bei Zverev, entscheidend ist Sinners Rückkehr.

    In der Jahreswertung führt Zverev mit 700 Punkten. Bis Jahresende verteidigt er nur 1.080 Punkte, Sinner dagegen 3.550. In der 52-Wochen-Rangliste beträgt Sinners Vorsprung allerdings noch 1.810 Punkte. Spielt Sinner den Herbst gesund durch, verteidigt er Platz 1; fällt er länger aus, reichen Zverev schon ein starkes Shanghai und Turin.

    Sicherheit mittel

  • Bleibt Rybakina bis Jahresende Nummer 1 der Frauen?

    Wahrscheinlich, aber nicht gesichert.

    Ihr Vorsprung auf Sabalenka beträgt 2.026 Punkte. Der Herbst bringt mit Peking, Wuhan und den WTA Finals jedoch drei Großereignisse, bei denen 1.000 bis 1.500 Punkte auf einmal den Besitzer wechseln können.

    Sicherheit mittel

  • Wer füllt die sechs offenen Plätze in Turin?

    Shelton, Alcaraz und Cobolli sind nah dran, dahinter wird es eng.

    Shelton (4.420), Alcaraz (4.050) und Cobolli (3.530) haben nach dem US Open den größten Abstand nach unten. Zwischen Platz 6 und 8 liegen nur 550 Punkte — Shanghai und Paris entscheiden diese Frage, nicht der aktuelle Stand.

    Sicherheit mittel

  • Spielt Alcaraz 2026 noch eine Rolle im Rennen um Platz 1?

    Nein.

    Nach vier Monaten Pause fehlen ihm in der Weltrangliste mehr als 5.900 Punkte auf Sinner. Selbst eine makellose Hallensaison schließt diese Lücke rechnerisch nicht mehr.

    Sicherheit hoch

Restkalender

Was bis zum Saisonende noch kommt

Belegt

Die Grand Slams sind gespielt, die großen Fragen nicht beantwortet: Zwischen dem Billie Jean King Cup in Shenzhen und dem Davis Cup in Bologna liegen zehn Wochen, in denen sich beide Weltranglistenspitzen noch einmal drehen können.

  1. Billie Jean King Cup FinalsShenzhen · CHN · Hartplatz · WTA

    Der Weltpokal der Frauen im Shenzhen Bay Sports Center — acht Nationen, sechs Tage, direkt vor dem Asien-Schwung.

  2. Laver CupLondon · GBR · Halle (hart) · ATP

    Neunte Auflage, erneut in der O2 Arena: Team Europa gegen Team Welt, drei Tage Schaukampf mit Weltklassebesetzung.

  3. China OpenPeking · CHN · Hartplatz · ATP & WTA

    Auftakt des Asien-Schwungs — und das von Sinners Team genannte Ziel für seine Rückkehr nach der Knieverletzung.

  4. Rolex Shanghai MastersShanghai · CHN · Hartplatz · ATP

    Zwölf Tage, 1.000 Punkte: das größte Turnier des Herbstes und die erste echte Wegmarke im Rennen um Platz 1.

  5. Erste Bank Open & Swiss IndoorsWien / Basel · AUT / SUI · Halle (hart) · ATP

    Die beiden parallel gespielten ATP-500-Hallenturniere — traditionell der Ort, an dem sich die letzten Turin-Plätze entscheiden.

  6. Rolex Paris MastersParis · FRA · Halle (hart) · ATP

    Letztes Masters 1000 der Saison und letzte Gelegenheit, sich für die ATP Finals zu qualifizieren.

  7. WTA FinalsIndian Wells · USA · Hartplatz · WTA

    Das Saisonfinale der besten acht — nach dem vorzeitigen Ende des Vertrags in Riad zurück im Indian Wells Tennis Garden.

  8. Nitto ATP FinalsTurin · ITA · Halle (hart) · ATP

    Inalpi Arena, acht Spieler, Gruppenphase: Sinner und Zverev sind qualifiziert, um die sechs freien Plätze wird bis Paris gespielt.

  9. Davis Cup Final 8Bologna · ITA · Halle (hart) · ATP

    Der Saisonabschluss in der SuperTennis Arena der Messe Bologna — acht Nationen spielen den Weltpokal der Männer aus.

  10. Australian Open 2027Melbourne · AUS · Hartplatz · ATP & WTA

    Opening Week vom 11. bis 16. Januar, Hauptfeld ab Sonntag, 17. Januar — der Startschuss der Saison 2027.

Transparenz

Woher die Zahlen kommen — und was sie nicht leisten

Diese Seite ist eine redaktionelle Zusammenstellung. Sie greift keine Datenbank live ab, sondern gibt einen geprüften Stand wieder. Wer prüfen will, findet hier, worauf sich jede Zahl stützt.

  • Grand Slams

    Turnierberichte und Endspiel-Ergebnisse von ausopen.com, rolandgarros.com, wimbledon.com und usopen.org.

  • Ranglisten

    PIF ATP Rankings und WTA Rankings, Ausgabe vom 14. September 2026.

  • Jahreswertung

    PIF ATP Race To Turin, Stand nach dem US Open 2026.

  • Turnierserien

    Ergebnisberichte der ATP Masters 1000 und WTA 1000 der Saison 2026.

  • Termine

    Offizielle Kalender von ATP, WTA, Davis Cup, Billie Jean King Cup und Laver Cup.

Grenzen dieser Übersicht

  • Die Seite ist eine redaktionelle Übersicht, kein Live-Ticker: Ergebnisse laufender Turniere stehen hier nicht.
  • Ranglisten sind Momentaufnahmen vom 14. September 2026 und veralten mit jedem Montag.
  • Bei den WTA-1000-Turnieren sind nur die Stationen aufgeführt, für die zum Redaktionsschluss ein bestätigtes Endspiel vorlag; Doha, Dubai und Guadalajara fehlen deshalb.
  • Preisgelder sind die von den Veranstaltern veröffentlichten Gesamtsummen in Landeswährung — ohne Umrechnung, weil jeder Kurs den Vergleich verzerren würde.
  • Prognosen sind als solche gekennzeichnet und ausdrücklich keine Tipphilfe.

Landeskennungen: Spielerinnen und Spieler aus Russland und Belarus treten auf beiden Touren seit 2022 ohne Landeskennzeichnung an. Sie stehen in den Tabellen dieser Seite deshalb mit „—“ statt mit einem Länderkürzel.

Redaktionsstand: . Ranglisten veralten mit jedem Montag — bei älteren Ständen gilt die Angabe an der jeweiligen Tabelle.